Archivprojekt asylkoordination österreich
Projekt "Flucht braucht Archiv"
Zwischen Oktober 2023 und Oktober 2024 wurde mit Förderung der MA7 und in Kooperation mit dem DAM das Archiv der asylkoordination österreich aufgearbeitet.
Die asylkoordination österreich hat seit ihrer Gründung im Jahr 1991 eine zentrale Rolle bei der bundesweiten Vernetzung von NGOs, Initiativen und Einzelpersonen, die sich für den Schutz, Betreuung und Integration von Geflüchteten in Österreich einsetzen, gespielt. Sie hat sich in dieser Rolle zu einem wesentlichen Player der „Zivilgesellschaft“ entwickelt.
In den über dreißig Jahren ihres Bestehens wurden umfangreiche Archivbestände gesammelt. Die Periode nach dem Fall des Eisernen Vorgangs und der damit einhergehende Paradigmenwechsel in der österreichischen Migrations- und Flüchtlingspolitik harrt noch der historischen Aufarbeitung. Für diese stellen die Archivbestände der asylkoordination österreich eine eminent wichtige Quelle dar. Diese zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen ist von großer Wichtigkeit, möchte man die Phänomene Flucht und Migration und das zivilgesellschaftliche Engagement als Teil österreichischer Geschichte sichtbar machen.
Projektteam: Dr. Herbert Langthaler, Konstantina Hornek, BA, MA, Mag.a Christina Hollomey-Gasser
Anfang 2026 wird der gesamte Bestand nach Tirol ins DAM transportiert. Bis er im Online-Archiv gänzlich verzeichnet ist, wird es noch dauern. Bei Interesse einfach eine Anfrage an dam@zemit.at senden.
Workshop: Wer erinnert? Wer bewahrt?
Zivilgesellschaftliche Überlieferungen im Archivierungsprozess
Zum Ende des Projekts, am 24.10.2025, diskutierten wir gemeinsam mit rund 20 Personen aus Vereinen, Initiativen, Archiven und Museen über Herausforderungen beim Sichern und Bewahren zivilgesellschaftlicher Überlieferungen. Der Workshop bot die Gelegenheit, die Ergebnisse des Archivierungsprojekts zu präsentieren und die Herausforderungen, die sich uns stellten, zu diskutieren. Welche Unterlagen sollen bewahrt werden? Welche Praktiken gibt es innerhalb der Vereine? Welche Strategien und Vernetzungsmöglichkeiten gibt es? Cornelia Kogoj von der Inititiative Minderheiten in Wien, Vida Bakondy von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bzw. dem Mauthausen Memorial und Berthold Molden von Viena Latina berichteten über Praktiken und Erfahrungen aus ihrem jeweiligen Bereich. Trauriges Fazit bleibt: In Wien gibt es noch immer keinen zentralen Ort bzw. Raum, an dem zivilgesellschaftliche Überlieferungen im Migrationskontext - unabhängig von der Beschaffenheit der Quellen - gesammelt und bewahrt werden.








